Wochenbesinnung

Wochenbesinnung:

Psalm 56, 1 und 5: „Gott sei mir gnädig, denn Menschen stellen mir nach; täglich bekämpfen und bedrängen sie mich…Ich will Gottes Wort rühmen; auf Gott will ich hoffen und mich nicht fürchten. Was können mir Menschen tun?“

Vor kurzer Zeit war in der Presse das traurige Schicksal der jungen 13-jährigen Céline zu lesen. Sie hielt das Mobbing im Internet gegen sich nicht mehr aus. Verzweifelt nahm sie sich am 28. August das Leben. Eine grosse Schweizer Zeitung widmete sich diesem Fall, mit vielen Hintergrundberichten und Kommentaren. Das ist auch gut so. Die Gefahren mit den neuen Medien dürfen nicht unterschätzt werden. Sie treten durch diesen so traurigen Fall ans Tageslicht.

Im Konfirmandenunterricht haben wir uns im September mit dem Thema „Mobbing“ auseinandergesetzt. Ein Opfer berichtete ausführlich, auch wie sie die Situation letztlich überwinden konnte. Wir haben dann später mit den beiden Konfirmandengruppen Regeln gegen das Mobbing formuliert, die jeder einhalten sollte.

Sie lauten z.B.:

Andere so behandeln wie man es selber will! Ehrlich sein! Sich gegenseitig unterstützen! Man sollte niemanden ausschliessen! Keine Gerüchte verbreiten! Niemanden diskriminieren! Keine Vorurteile! Man sollte jeden Menschen auf seine Art akzeptieren.

Dann haben wir aus dem 56. Psalm Verse ausgesucht, die das Thema „Mobbing“ (vor 3000 Jahren, so alt sind ungefähr die Psalmen) schon anspreche bzw. von einem Opfer gebetet werden könnten:

Vers 2: „Gott, sei mir gnädig, denn Menschen stellen mir nach, täglich bekämpfen und bedrängen sie mich.“

Vers 6: „Täglich fechten sie meine Sachen an, all ihre Gedanken suchen mir Böses zu tun.“

Vers 10: „Dann werden meine Feinde zurückweichen, wenn ich dich anrufe.“

Vers 12: „Auf Gott hoffe ich und fürchte mich nicht, was können mir Menschen tun?“

Mögen wir alle sensibler werden für dieses wichtige Thema und daraus Konsequenzen ziehen.

Die junge Frau, die beim Konfirmandenprojekt berichtete, bekannte am Schluss, dass für sie derjenige am stärksten sei, nicht der „mobbt“, sondern im Gegenteil, der den Mut hat, den „Mobbingkreislauf“ zu durchbrechen, und sich an die Seite des Opfers stellt. Oder Hilfe holt. Denn die braucht das Opfer auf jeden Fall. Das war dann auch die einhellige, wegweisende Meinung in der Runde.

Es grüsst Sie herzlich

Ihr Pfarrer Hans Walter Goll

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