Wochenbesinnung

Synode in Cazis

Vom Donnerstag, den 21.6. bis zum Montag, den 25.6. findet die diesjährige Synode der Bündner Pfarrerschaft in Cazis statt. Synode kommt vom Griechischen. Auf eine Synode gehen, heisst einen gemeinsamen Weg gehen. Hodos heisst griechisch „Der Weg“. Syn-hodos, der gemeinsame Weg.

Möge dies auch auf der diesjährigen Synode wahrwerden. Dazu hilft auch das Gebet, das jeweils am Anfang der Synode vom Dekan oder der Dekanin verlesen wird.

Johannes Calvin, einer der Reformatoren, wird besonders in Frankreich verehrt. Von ihm stammt ein Gebet, das nicht nur für Pfarrpersonen und die Mitarbeiterschaft der Gemeinde gilt. Beim Stöbern in einer alten Agenda, einem Hilfsbuch für Gottesdienste, anlässlich unserer Synode, habe ich folgendes altes, inhaltsreiches Gebet gefunden. Hier ist auch von einem Weg die Rede, dem Weg des Lebens, den Weg zu Gott:

„Allmächtiger Gott! Wir danken dir für dein Wort, durch dass du uns den Weg zum Heile weisest und erleuchtest. Gib uns Augen, die Dein Licht sehen können, ja öffne unsere Augen, denn wir sind selbst am hellen Tage blind. Leite uns durch das innere Licht Deines Heiligen Geistes zum Lichte deines Wortes. Mach uns gewiss, dass wir nur Dich allein nötig haben, um alles zu erlangen, was wir brauchen. Lass dein Licht beständig scheinen und erquicke uns damit. Lass das Glaubenslicht in unseren Herzen nicht erlöschen, nachdem Du es in Deiner Gnade entzündet hast. Bringe uns endlich zu der Fülle, die für uns im Himmel bereitet ist. Lass uns zufrieden sein mit dem Mass an Erkenntnis, das Du uns gegeben hast, bis wir dich endlich von Angesicht zu Angesicht schauen. Gestalte uns zu Deinem Ebenbilde und gib uns teil an der vollkommenen Herrlichkeit, in die Du Jesus Christus, unsern Herrn, aufgenommen hast. Amen.“

Während ich diese Zeilen schreibe, besucht Papst Franziskus die Stadt Calvins. Zu Calvins Zeiten undenkbar. Heute ist das Klima zwischen den Konfessionen erheblich besser geworden. Möge sein Besuch auch ein guter Schritt auf dem (gemeinsamen) Weg der Christen sein und Gott ihn begleiten. Möge es gute Begegnungen geben.

Papst Franziskus hat bekanntlich einen besonderen Sinn für Humor. Der steht jedem Christen gut an. Humor nun im Zusammenhang der Synode der Bündner Pfarrerschaft, ist das möglich?

Ich habe noch mal in meiner Bibliothek gestöbert und einen alten witzigen Text gefunden über die

„Predigertreibjagd“:

„In manchen Gemeinden scheint das ganze Jahr über die Jagd auf Pfarrer und Prediger, Mitarbeiter und leitende Gemeindeglieder offen zu sein. Folgende „Schrotladungen“ sind die gebräuchlichsten“:

Ist einer lebhaft, dann nennt man ihn nervös. Ist er ruhig, dann fehlt ihm das geistliche Feuer. Hat er graue Haare, ist er zu alt für die Jugend. Ist er noch jung, dann mangelt es ihm an Erfahrung. Verändert er den alten Trott, ist er ein „Modernist“. Wahrt er die Tradition, so hat er keine Ideen. Spricht er mit Konzept, fehlt der Predigt der Geist. Redet er frei, war es wieder einmal „Schüttelobst“. Hebt er die Stimme, hat er geschrien und geschimpft. Spricht er leise, was das ein Grund einzuschlafen. Studiert er noch viel, bleibt er ein Theoretiker. Geht er mal spazieren, besuchte er besser die Alten. Redet er von Tagesereignissen,, ist er politisch. Bleibt er beim Text, hat er keine Zivilcourage. Feiert er einmal mit Bekannten, ist er ein Weltkind. Gebraucht er Fremdwörter, hängt er den Akademiker raus. – Wer betet eigentlich noch für die Prediger (und Predigerinnen)?“

Soweit der humorvolle Text….

Es grüsst Sie herzlich und wünscht Ihnen eine gute Zeit

Hans Walter Goll, Pfarrer

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