Monatsbesinnung

Monatslosung Februar: Psalm 16,11
„Du tust mir kund den Weg zum Leben: Vor dir ist Freude die Fülle und Wonne zu deiner Rechten ewiglich.“

 

Lebenswege – Sackgassen – Wendeplätze

Jede und jeder von uns kennt das: Man biegt in eine Strasse ein, die im Nichts endet. Sackgasse. Die Navigation rät zur Umkehr. Und dann? Man ärgert sich. Dreht um. Sucht den richtigen Weg.

Psalm 16 spricht von einem anderen Navigationssystem: „Du tust mir kund den Weg zum Leben.“ Ein Versprechen, eine Zusage – aber kein vorgefertigter Routenplan. Der Weg zum Leben ist nicht immer schnurgerade. Manchmal führt er über Umwege. Manchmal durch Wüstenzeiten. Manchmal sieht man das Ziel nicht.

Doch hier kommt die eigentliche Verheissung: Gott ist kein schweigender Beobachter, sondern ein aktiver Wegweiser. Kein Gott der Sackgassen, sondern einer, der Wendeplätze schafft. Wo wir feststecken, öffnet er neue Möglichkeiten. Wo wir uns verrannt haben, flüstert er uns Alternativen ins Ohr.

Und das Beste: Dieser Weg ist nicht trostlos. Er endet nicht in einer toten Strasse. Vor Gottes Angesicht ist „Freude die Fülle“. Kein Tropfen Glück, sondern eine übersprudelnde Quelle. Wonne zu seiner Rechten – ein Bild von Geborgenheit und Erfüllung.

Also, wenn der Februar dir graue Tage beschert, wenn sich dein Leben anfühlt wie eine Sackgasse – dann erinnere dich an diesen Psalm. Gottes Navi kennt mehr Wege, als du denkst. Und sein Ziel ist Leben. Echtes Leben.

Drei Gedanken als Proviant für den Weg:

  1. Gott ist dein Wegweiser – gerade auch wenn du dich verirrt hast.
  2. Sackgassen sind nicht das Ende – Gott schafft Wendeplätze.
  3. Das Ziel ist Leben in Fülle – und Gottes Freude begleitet dich.

Domat/Ems freut sich über Menschen, die aus dieser Hoffnung leben.

Herzliche Grüsse
Pfarrer David Last

 

 

 

Andacht zur Jahreslosung 2025: „Prüfet alles, das Gute behaltet“ (1. Thessalonicher 5,21)

Liebe Leserin, lieber Leser,

das neue Jahr beginnt mit einem klaren Auftrag: „Prüfet alles, das Gute behaltet.“ Auf den ersten Blick klingt es einfach. Doch wer schon einmal geprüft hat – seien es Entscheidungen, Begegnungen oder das eigene Tun –, weiss, wie schwer es ist, das Gute zu erkennen und festzuhalten.

Der Apostel Paulus schreibt an die Gemeinde in Thessalonich, die in einer Welt voller Herausforderungen und Versuchungen lebte. Auch wir stehen oft inmitten widersprüchlicher Stimmen, die uns sagen, was richtig oder wichtig sei. Doch Gottes Wort gibt uns ein Kriterium: Was trägt, was heilt, was Leben schenkt – das ist das Gute.

Diese Losung ruft uns auf, wachsam zu sein, nicht alles ungeprüft zu übernehmen und gleichzeitig neugierig offen zu bleiben für Gottes Wirken. In einer Zeit, in der sich oft alles in Schwarz und Weiss teilt, ruft sie uns zu einem anderen Weg: kritisch, aber nicht zynisch, mutig, aber nicht unbarmherzig zu sein.

Das Gute behalten – das ist mehr als ein Festhalten an Altem. Es ist ein Sich-Festmachen an dem, der selbst das Gute ist: Jesus Christus. Er prüft nicht von oben herab, sondern schenkt uns sein Erbarmen. Sein Geist leitet uns, auch wenn wir unsicher sind.

Drei Gedanken zum Mitnehmen:

  1. Was trägt, heilt und Leben schenkt – das ist das Gute, das du suchen und bewahren sollst.
  2. Bleibe kritisch, aber verliere nicht die Offenheit für Gottes Wirken.
  3. Das Gute hat einen Namen: Jesus Christus – halte dich an ihn.

Domat/Ems freut sich über alle Menschen, denen diese Jahreslosung Orientierung schenkt.

 

Ihr Pfarrer
David Last

 

 

 

Andacht zum Monatslosung Jesaja 60,1: „Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir.

Liebe Leserinnen und Leser,

„Mache dich auf, werde licht.“ Dieses Wort aus dem Buch Jesaja hat eine Wucht, die durch die Jahrhunderte klingt. Es ist ein Weckruf Gottes, ein Ruf zum Aufstehen, ein Ruf, das eigene Leben im Licht seiner Herrlichkeit zu sehen und gestalten zu lassen.

1. Ein Licht, das Neues schafft

Domat/Ems, unser Zuhause, ist ein Ort der Begegnung zwischen Sprachen, Kulturen und Traditionen. Hier leuchten die Farben des Glaubens in verschiedener Weise auf – katholisch und reformiert, deutsch und romanisch. Dieses Miteinander ist nicht Dunkelheit, sondern ein Raum, in dem Gottes Licht vielfältig erstrahlt. Wenn Jesaja sagt: „Dein Licht kommt“, dann meint er ein Licht, das nicht spaltet, sondern verbindet.

2. Christus, das Licht der Welt

Jesajas Worte sprechen von einem Licht, das über allen Menschen aufgeht: Jesus Christus. Dieses Licht ist nicht fern, es hat eine Heimat gefunden – bei uns. Christus macht sich klein, um uns in unseren Lebensrealitäten zu begegnen. Er ist das Licht, das Orientierung schenkt, auch wenn wir den Weg nicht immer klar sehen. Es ist das Licht, das Wärme schenkt, besonders dann, wenn die Lasten des Lebens schwer auf uns liegen.

In unserer Kirchgemeinde spüren wir dieses Licht, wenn wir miteinander singen, beten und teilen. Es zeigt sich im „Bistro Mosaik“, in den Konfirmandenstunden oder bei Gesprächen mit Menschen, die Hoffnung suchen. Dieses Licht ist lebendig und gegenwärtig, es ist nicht nur etwas, das wir empfangen, sondern etwas, das uns verwandelt.

3. Lichtträger in der Welt sein

„Mache dich auf, werde licht.“ Dieser Ruf ist auch ein Auftrag. Wir werden eingeladen, das Licht Christi in unser Handeln zu legen. Wie können wir in Domat/Ems Lichtträger sein? Vielleicht, indem wir Brücken bauen zwischen den Konfessionen und Sprachen. Vielleicht, indem wir Räume schaffen, in denen Menschen sich gesehen und gehört fühlen. Vielleicht, indem wir mutig und glaubensstark leben, auch wenn wir manchmal nur ein kleines Licht in der Weite der Welt sind.

Drei Gedanken als Proviant:

  1. Gottes Licht ist ein verbindendes Licht – es vereint uns über alle Unterschiede hinweg.
  2. Jesus Christus ist das Licht der Welt, das unsere Wege erhellt und unsere Herzen wärmt.
  3. Wir sind berufen, Lichtträger zu sein, die Gottes Liebe sichtbar machen.


Lasst uns aufstehen und licht werden, nicht aus eigener Kraft, sondern aus dem Licht, das Gott uns schenkt. In diesem Licht liegt die Verheissung, dass Gottes Herrlichkeit unser Leben trägt und die Welt verwandelt.

Herzliche Grüsse
Pfarrer David Last

 

 

 

Besinnung zum Monatsspruch November 2024: „Wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheissung, in denen Gerechtigkeit wohnt.“ (2Petrus 3,13)

Die Worte des Apostels sind eine Verheissung, die uns – gerade in diesen kühleren, dunkler werdenden Tagen – ein warmes Leuchten schenkt. Der November führt uns oft in Gedanken an Endlichkeit und Vergänglichkeit, an das, was zerfällt, und an das, was uns nicht immer gerecht erscheint. Doch genau in dieser Unsicherheit und Trauer wächst die Sehnsucht nach einer Welt, in der die Gerechtigkeit voll und ganz siegt, ja: zu Hause ist.

Was heisst das: „eine neue Erde, ein neuer Himmel“? Ist das nicht eine ferne Vision, ein frommer Traum? Mag sein. Doch dieser Traum kann unser Leben hier und jetzt wirksam prägen, wie eine kleine Flamme, die beharrlich nicht erlischt, auch wenn der Wind sich ihr entgegenstellt. Der Apostel spricht von einem Ort, der nicht bloss Zukunft ist, sondern ein Versprechen Gottes. Eine Hoffnung, die wir mitten in der Unvollkommenheit dieses Lebens wie eine Fackel in den Händen halten dürfen.

Gerechtigkeit – was heisst das für uns? Es ist der Raum, in dem das Leid kein Gehör findet und die Ungerechtigkeit verstummt. Es ist der Raum, in dem der Schwache nicht niedergetreten, sondern erhoben wird. In Gottes neuer Erde wird keiner gering, keiner vergessen, keiner ungerecht behandelt sein. Diese Hoffnung lässt uns heute schon Schritte in Richtung dieser neuen Welt gehen. Jedes Tun der Gerechtigkeit, jeder helfende Blick, jedes ehrliche Wort, das wir für andere sprechen, ist ein kleiner Vorgriff auf die Gerechtigkeit, die in Gottes Reich vollendet wird.

„Wir warten“, sagt der Apostel. Es ist ein Warten voller Tatkraft, ein Warten, das uns herausfordert, in unserer Welt so zu handeln, als lebten wir schon in dieser neuen Welt. Warten bedeutet hier, dem Neuen zuzuarbeiten, an einer Gerechtigkeit festzuhalten, die nur Gott uns schenken kann.
Möge uns der November nicht nur an das Endliche erinnern, sondern uns wach halten für das Kommende. Das Dunkle wird nicht das letzte Wort haben. In Gottes neuer Welt, die er uns verheisst, wird das Licht der Gerechtigkeit leuchten – und uns mit neuem Mut und Vertrauen füllen. Auch für unser Domat/Ems zum Jahresende 2024.

Herzliche Grüsse
Pfarrer David Last

 

 

 

 

Andacht zu Klagelieder 3, 22-23 (Monatsspruch für Oktober 2024)

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Worte aus den Klageliedern 3, 22-23 kommen aus einer Zeit der tiefen Verzweiflung: „Die Güte des Herrn ist’s, dass wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist gross.“

Auch wenn Domat/Ems trotz bewegter Zeiten nie die Ruinen eines zerstörten Tempels gekannt hat, haben wir doch unsere eigenen Herausforderungen. Unser Dorf steht mitten in einer sich rasant verändernden Welt, wo wir als reformierte Gemeinde eine Minderheit sind. In einem katholisch geprägten Umfeld mit seiner starken Tradition und Gemeinschaft könnte man manchmal das Gefühl haben, dass unser Beitrag klein ist, dass unser Glaube wenig Einfluss hat. Doch gerade hier erinnern uns diese Verse aus den Klageliedern daran: Gottes Treue ist auch hier, in unserem Domat/Ems, jeden Morgen neu.

Wenn wir als reformierte Gemeinde zusammenkommen, erleben wir immer wieder, wie Gottes Gnade uns trägt. Vielleicht fühlen wir uns manchmal allein in unseren Sorgen, wenn wir auf unsere Kirchgemeinde blicken und uns fragen, was die Zukunft bringt. Doch die Treue Gottes ist nicht an Zahlen gebunden. Seine Barmherzigkeit zeigt sich in der Gemeinschaft, die wir leben – in unseren Gottesdiensten, in der Arbeit der Diakonie, in den Gesprächen auf der Strasse oder beim Besuch eines Nachbarn.

In einer Diaspora-Gemeinde wie unserer sind wir besonders aufeinander angewiesen. Jede Hand, jedes Wort zählt. Und Gottes Barmherzigkeit, die jeden Morgen neu ist, zeigt sich in all den kleinen Dingen: im freundlichen Gruss im Dorfladen, in einem Gebet für die Kranken, oder wenn wir uns gemeinsam im Gottesdienst stärken lassen.

Das Vertrauen, dass Gott uns nicht verlässt, ist unser Anker. Gottes Treue war in den vergangenen Jahrzehnten mit uns, und sie bleibt auch heute bei uns. Jeden Morgen schenkt er uns Kraft, neu zu beginnen, ein Licht für das Dorf zu sein und eine Gemeinschaft, die durch seine Liebe getragen wird.

So dürfen wir mit Zuversicht in die Zukunft blicken, hier in Domat/Ems, in dem Wissen: Seine Barmherzigkeit hat kein Ende, sie ist jeden Morgen neu.

Gott segne uns alle in dieser Gemeinschaft und schenke uns immer wieder die Erfahrung seiner Nähe!

Herzliche Grüsse, Ihr Pfarrer David Last

 

 

 

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Besucherinnen und Besucher unserer Homepage,

der biblische Monatsspruch für den September lautet: „Bin ich nur ein Gott, der nahe ist, spricht der HERR, und nicht auch ein Gott, der ferne ist?“ (Jeremia 23, 23)

Gott ist nah, wie der Atem, den wir kaum spüren und doch brauchen. Er ist fern, wie die Sterne, die am Himmel leuchten und uns doch tief in der Seele berühren.
Wir suchen Gott in der Stille, im Gebet, im täglichen Leben – und oft meinen wir, ihn nur im Kleinen zu finden.
Doch Gott ist auch da, wo unsere Augen nicht hinreichen, in den Weiten des Universums und in den Tiefen unseres Herzens.
Er durchdringt die Nähe mit seiner Gegenwart und erfüllt die Ferne mit seiner Liebe.
Manchmal fühlen wir uns von ihm verlassen, als wäre er nur ein ferner Beobachter.
Doch auch in der Einsamkeit ist er uns näher, als wir glauben, er wartet in der Stille, in der wir ihm begegnen können.
Gott ist nicht entweder nah oder fern – er ist beides zugleich, gegenwärtig in jedem Moment unseres Lebens.
Ob wir ihn suchen oder vor ihm weglaufen, seine Nähe und Ferne umfangen uns.
In dieser Umarmung finden wir Trost und Stärke, denn Gottes Nähe und Ferne sind keine Gegensätze, sondern ein einziger Ausdruck seiner Liebe.
So lasst uns mit offenen Herzen auf ihn zugehen, im Wissen, dass er immer bei uns ist, egal, wie weit weg er in manchen Situationen des Lebens scheinen mag.
Er führt auch unsere Kirchgemeinde Domat/Ems im Wandel der Zeiten und durchdringt sie mit seiner heilvollen Gegenwart.

Herzliche Grüsse
Pfarrer David Last

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